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Ratgeber

Reichweite im Winter: Womit Sie beim Elektroauto rechnen müssen.

Warum die Reichweite bei Kälte sinkt, wie groß der Verlust wirklich ist und mit welchen Maßnahmen Sie im Winter am meisten herausholen.

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BYD Düsseldorf

Kein Thema führt bei Elektroautos zu mehr Enttäuschung als der erste kalte Januar. Dabei ist der Effekt gut erklärbar und lässt sich einplanen — vorausgesetzt, jemand sagt es vorher. Genau das tun wir hier.

Zwei Ursachen, nicht eine

Erstens die Batterie selbst. Bei niedrigen Temperaturen laufen die chemischen Vorgänge langsamer ab, der Innenwiderstand steigt. Ein Teil der gespeicherten Energie steht dadurch schlicht nicht zur Verfügung.

Zweitens die Heizung. Das ist der größere Posten. Ein Verbrennungsmotor heizt den Innenraum mit Abwärme, die ohnehin anfällt. Ein Elektroauto hat diese Abwärme nicht und muss die Wärme aktiv erzeugen. Bei Minusgraden kann die Heizung mehrere Kilowatt ziehen — Energie, die nicht in den Vortrieb geht.

Die Größenordnung

Als Faustwert: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt die Reichweite gegenüber dem Sommerwert spürbar, bei strengem Frost und Kurzstreckenbetrieb noch deutlicher. Auf der Autobahn fällt der Verlust prozentual geringer aus als in der Stadt, weil die Heizleistung sich dort auf mehr gefahrene Kilometer verteilt.

Wichtig für die Planung: Der Katalogwert nach WLTP wird bei rund 23 Grad ermittelt. Er ist kein Winterwert und war nie als solcher gemeint.

Was wirklich hilft

  • Vorheizen am Kabel: Wenn Sie das Fahrzeug vorwärmen, während es noch lädt, kommt die Energie aus dem Netz statt aus der Batterie. Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme.
  • Sitz- und Lenkradheizung statt Innenraumheizung: Sie erwärmen gezielt und brauchen einen Bruchteil der Leistung.
  • Wärmepumpe: Fahrzeuge mit Wärmepumpe heizen deutlich effizienter als solche mit reinem Heizelement. Prüfen Sie beim Kauf, ob sie an Bord ist.
  • Garage statt Straße: Schon wenige Grad Unterschied in der Ausgangstemperatur wirken sich aus.
  • Vorkonditionieren vor dem Schnellladen: Eine kalte Batterie lädt langsam. Viele Fahrzeuge wärmen sie auf, wenn ein Schnelllader als Navigationsziel gesetzt ist.

Was das für Düsseldorf bedeutet

Das Rheinland gehört zu den mildesten Regionen Deutschlands. Strenger Dauerfrost ist selten, die typischen Wintertemperaturen liegen um den Gefrierpunkt. Der Reichweitenverlust fällt hier geringer aus als etwa im Bergischen Land oder in Mittelgebirgslagen. Wer regelmäßig ins Sauerland oder in die Eifel fährt, sollte den Puffer trotzdem einplanen.

Die praktische Konsequenz

Rechnen Sie bei der Modellwahl nicht mit dem Sommerwert, sondern mit Ihrer längsten regelmäßigen Winterstrecke plus Reserve. Wenn dieser Wert passt, passt das Fahrzeug das ganze Jahr. Wir gehen das bei der Beratung mit Ihnen durch — lieber eine Nummer größer als eine böse Überraschung im Januar.

Siehe auch: Zellchemie erklärt.

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